1000 MW-Kampagne der Plattform Erneuerbare Energien BW

Eine Kampagne für die Energiewende im Land: 1.000 MW Solarzubau pro Jahr für Baden-Württemberg

Solarstrom wird in wenigen Jahren die wichtigste Energiequelle in Baden-Württemberg sein. Schon heute trägt Photovoltaik knapp 10 % zur Stromerzeugung in Baden-Württemberg bei. Deshalb ist die Photovoltaik die Lokomotive des Zuges der Erneuerbaren Energien, die auch Windenergie, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie nach vorne bringen wird. Denn nur im Mix und bei funktionierender Sektorenkopplung von Strom mit Wärme und Mobilität wird die große Transformation gelingen. Die Klimaschutzziele von Paris können auch in Baden-Württemberg nur mit einem massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien erreicht werden. Die Versorgungssicherheit ist ohne neue Solar- und Windparks in Gefahr. Solarstrom ist die günstigste Energiequelle und sorgt für regionale Wertschöpfung, die Stärkung des ländlichen Raums und neue Arbeitsplätze im Land.

Zwischenziel mindestens 17 GW Photovoltaik bis 2030

Die Energiewende in Baden-Württemberg braucht für die 20er-Jahre dieses Jahrhunderts zukunftsfähige und enkeltaugliche Ziele. Um im Jahr 2030 über mindestens 17 GW installierte Solarleistung zu verfügen, müssen im Schnitt pro Jahr mindestens 1.000 MW Solarstromanlagen zugebaut werden. Die 1000 MW-Kampagne der Plattform Erneuerbare Energien soll möglichst schon ab 2021 dazu führen, dass jedes Jahr Photovoltaik-Leistung in dieser Größenordnung in Baden-Württemberg installiert wird. Neben Freiflächen stehen die Dächer großer und kleiner Produktionshallen, von Bürogebäuden, von Scheunen und Ställen, von Rathäusern und Wohnblocks, von Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern sowie deren Fassaden der Photovoltaik im Ländle zur Verfügung.

Der gesunde Mix macht's: Solarparks, Solaranlagen auf Dächern und an Fassaden

Wir brauchen einen spürbaren Zubau an mittleren und großen Solarparks und großen Dachanlagen als erneuerbare Kraftwerke in Baden-Württemberg. Die Freiflächen – Solarstromanlagen leisten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und schaffen lokale Biotope. In hybrider Nutzung in Form von Agrar-Photovoltaikanlagen oder schwimmenden Photovoltaikanlagen können sie zusätzliche Synergien heben. Dies soll in enger Kooperation mit der Landwirtschaft und unter Berücksichtigung der Ökologie sowie des Landschaftsbildes erfolgen.

Um mehr Dächer für Photovoltaik zu nutzen, brauchen wir Verbesserungen beim Mieterstrom. Mieter erhalten so die Möglichkeit, sich aktiv am Solarenergieausbau zu beteiligen. Mieterstromprojekte werden oft von Stadtwerken und Wohnungsbaugesellschaften auf den Weg gebracht. Vorteilhaft ist dabei auch: der vor Ort erzeugte Strom lässt sich in Quartiersversorgungsmodelle integrieren und für vielfältige Anwendungen nutzbar machen, bis hin zur Sektorenkopplung auf lokaler Ebene (E-Mobilität, Wärmepumpen).

Wir wollen gemeinsam lernen, wie man Solarstrom am besten speichert, ins Stromnetz einspeist, mit Blindleistung aus Solarstrom die Netze stabilisiert, ihn in Wärme verwandelt oder grüne Gase aus ihm macht. Wir wollen dann Solarstrom erzeugen, wenn man ihn braucht und dort produzieren wo er verbraucht wird. Wir wollen Solarstrom zusammen mit anderen Erneuerbaren Energien bedarfsgerecht in Hybridkraftwerken erzeugen.

Solaroffensive Baden-Württemberg 2.0

Die Solaroffensive Baden-Württemberg hat viel erreicht und bundesweit Vorbildliches geleistet. Sie braucht kurz vor der neuen Legislaturperiode neuen Schwung, indem man sich wirklich ehrgeizige Ziele setzt. Das soll die 1.000 MW-Kampagne umsetzen. Sie verbindet Klimaschutz und regionale Wertschöpfung. Handwerker, Unternehmer, Landwirte, Privathaushalte, Gebäudeeigentümer und Mieter werden ebenso wie die öffentliche Hand unterstützt und motiviert, in Solarstromanlagen zu investieren, um sich selbst und andere mit Strom aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Die Erzeugungskosten der Photovoltaik sind schon heute konkurrenzlos billig und sie sinken mit jedem Monat weiter. Der Eigenverbrauch von Solarstrom ist für Privathaushalte und die meisten Unternehmen ein wirtschaftlich sehr attraktives Projekt.

Solarstrom wird schon in naher Zukunft die wichtigste Stromquelle in Baden-Württemberg sein. Ziel muss es sein, bis 2040 möglichst 50 % der in Baden-Württemberg verbrauchten Energie mit heimischen PV-Anlagen zu erzeugen. Für diese Herkules-Aufgabe haben wir nur zwei Jahrzehnte Zeit. Die 1.000 MW-Kampagne informiert, wie günstig Solarstrom ist und macht deutlich, welchen wichtigen Beitrag Solarstrom zum Klimaschutz und zur Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Baden-Württemberg leisten kann. Der PV-Ausbau sorgt für Arbeitsplätze und trägt zum Wohlstand im Land bei.

Dabei ist das 350 Watt-Modul am Balkon der Mietwohnung genauso wichtig wie der große Solarpark. Solarstrom kann in sehr kleinen Dimensionen genauso wirksam eingesetzt werden wie in sehr großen. Das bedeutet neben direktem Einsatz der Solarenergie im Stromnetz auch Sektorenkopplung über Wärmepumpen und Solarthermie zur Wärmeproduktion in Nah- und Fernwärmenetzen oder über batterieelektrische Fahrzeuge und mit grünem Wasserstoff betriebene Brennstoffzellen-LKWs.

1.000 MW Solarstrom pro Jahr brauchen das Engagement von uns allen

Weil wir Solarstrom für sehr viele Anwendungsfälle unbedingt benötigen, sind alle Akteure aufgefordert, bei der 1.000 MW-Kampagne mitzumachen. Kommunen, Landkreise, Regionen, Unternehmer, Stadtwerke, Energieversorger, Privathaushalte, Schulen, Universitäten, Vereine, Landwirte, Handwerker: Sie alle sind bei der 1.000 MW-Kampagne willkommen.

Die Kampagne ist ein Sprint, weil wir die 1.000 MW – Grenze schon im kommenden Jahr direkt erreichen wollen. Die Initiative ist aber auch ein Marathon, denn wir müssen bis zum Jahr 2030 zehn Jahre durchhalten und vielleicht auf die 1.000 MW pro Jahr noch mal eine Schippe drauflegen. Das soll durch Information, Wettbewerb, Spaß und Motivation durch die positiven Auswirkungen auf Klimaschutz, Wirtschaft und Soziales gelingen.

Um das Ziel erreichen zu können, setzen wir auch für die verschiedenen Größenklassen und die einzelnen Akteure gemeinsam Ziele. Mindestens 300 MW sollen die Solarparks beisteuern. 500 MW trauen wir den großen Dachflächen über 100 KW zu. Je 150 MW bis 200 MW pro Jahr sollen die Anlagen bis 10 KW Leistung, die meist auf kleineren Häusern zu finden sind und die mittleren Solarstromdachanlagen von 10 bis 100 KW beitragen. Wenn wir die Ziele in einem Segment nicht ganz erreichen sollten, haben wir noch einige innovative Ansätze, die schon heute beginnen, sich am Markt zu etablieren. Wir unterstützen Initiativen und Projekte für Fassadenanlagen, Mieterstromanlagen, schwimmende PV-Anlagen, oder Agri-PV und solar überdachte Parkplätze, denn diese Segmente sollen durch die 1.000 MW-Kampagne stark wachsen.

Solarenergie braucht Infrastruktur

Der Ausbau der dezentralen Erzeugung aus Solarenergie erfordert eine darauf angepasste intelligente Infrastruktur. Um die Vielzahl von Erzeugungsanlagen einzubinden und den erzeugten Strom möglichst effizient zu nutzen, müssen die Netze ausgebaut und ertüchtigt werden. Gerade die Verteilnetze stellen das Rückgrat für eine dezentrale Erzeugungsstruktur dar. Wichtig ist hier ein vorausschauender Ausbau der Netze, der die zukünftigen Bedürfnisse antizipiert. Dieser muss auch im Regulierungsrahmen berücksichtigt werden. Gleichzeitig muss gewährleistet sein, dass die Kosten nicht einem immer kleiner werdenden Kreis zur Last fallen. Die Energiewende und der Ausbau der Erneuerbaren Energien sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dementsprechend müssen auch die Kosten für den notwendigen Ausbau der Infrastruktur verteilt werden.

Partner, Aktionen und Maßnahmen für 1.000 MW Solarstrom im Land

  1. Wir suchen viele Partnerinnen und Partner für die Initiative, denn diese Kampagne funktioniert nur als breites gesellschaftliches Bündnis für Klimaschutz und Wertschöpfung in Baden-Württemberg. Es ist eine offene Kampagne, alle Beteiligten schreiben am Drehbuch für die mindestens 17 GW Solarstrom im Jahr 2030 mit. Jeder und jede kann mitmachen: Die engagierte Kommune, der aktive Landkreis, die planende Region, die motivierte Schule, jeder Verein und Verband, jede Genossenschaft, das entschlossene Unternehmen, Stadtwerk oder Versorger und nicht zuletzt der umweltorientierte Privathaushalt.
  2. Solarstrom ist lokal und regional. Was heißen 1.000 MW für Bodensee-Oberschwaben, den Kreis Rastatt, die Stadt Radolfzell, das Dorf Benningen und den Teilort Kreenheinstetten? Mit unseren Partnern brechen wir die Kampagne auf Regionen, Kreise und Kommunen herunter.
  3. Wir dokumentieren den Zwischenstand. Wie läuft der Solarstrom-Ausbau in Baden-Württemberg? Wer schafft es, die meisten PV-Anlagen zu bauen? Werden die Guten noch besser oder werden die Schlechten gut?
  4. Wir kommunizieren im Internet, bei Veranstaltungen und mit klassischen Druckerzeugnissen die besten Projekte, wir berichten den Willigen wie es erfolgreich laufen kann, wir entdecken mit Hilfe aller Akteure, wo es noch hapert und finden gemeinsam Lösungen, wie wir vorankommen können.
  5. Wir zeichnen die besten Ideen und die wirksamsten Maßnahmen aus. Wir berichten von den fleißigsten Solarteuren und unterstützen Innovationen in den Nischen wie solare Parkplatzüberdachungen, schwimmende oder Agri-PV.
  6. Wir machen auf die bestehenden Angebote von Energieagenturen und PV-Netzwerken aufmerksam und unterstützen sie dabei, ihre Zielgruppen mit den positiven Botschaften zum Solarstrom noch besser zu erreichen.
  7. Wir lassen uns von den Aktiven aus anderen Bundesländern und Ländern inspirieren, denn es gibt weltweit ganz viele Akteure, die den globalen Siegeszug der Photovoltaik jeden Tag möglich machen. Nur wenn wir von Ihnen lernen wird unsere Solaroffensive in Baden-Württemberg erfolgreich sein.

Downloads

Die Kampagnenbeschreibung können Sie hier als PDF abrufen: Plattform EE BW – 1000 MW Kampagne

Den Flyer zur Kampagne können Sie hier als PDF abrufen: Flyer 1000MW-Kampagne

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